Die 138. Chinesische Import- und Exportmesse (Canton Fair) ging am 4. November zu Ende und setzte ein starkes Zeichen für die Widerstandsfähigkeit und die Chancen des Welthandels. Trotz der komplexen internationalen Wirtschaftslage lockte die Messe über 310.000 ausländische Einkäufer aus 223 Ländern und Regionen an – ein neuer historischer Rekord und erstmals über 300.000 Besucher. Dieses bemerkenswerte Vertrauen unterstreicht die anhaltende und wachsende Attraktivität des chinesischen Produktions- und Lieferkettenökosystems.
Die endgültige Besucherzahl spiegelte die starke Wachstumsdynamik wider, die im gesamten Zeitraum beobachtet wurde.
Bis zum Ende der zweiten Phase hatte die Messe bereits fast 240.000 internationale Einkäufer angezogen, ein Anstieg von 6,8 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum der letzten Saison.
Eine Verschiebung der globalen Nachfrage: Schwellenländer rücken in den Mittelpunkt
Die Daten zeigen eine deutliche Verschiebung der geografischen Herkunft der Nachfrage und unterstreichen die Diversifizierung der chinesischen Handelspartnerschaften. Käufer aus Partnerländern der Neuen Seidenstraße blieben mit 69 % aller internationalen Teilnehmer und 214.000 Besuchern – ein bemerkenswerter Anstieg um 9,4 % – das Rückgrat der Nachfrage.
Das auffälligste Wachstum kam jedoch aus wichtigen Schwellen- und traditionellen Märkten. Die Zahl der Einkäufer aus der Europäischen Union stieg um beeindruckende 32,7 %, während die Zahl der Einkäufer aus dem Nahen Osten um 13,9 % zunahm. Auch aus den USA (14 %) und Brasilien (33,2 %) wurden deutliche Zuwächse verzeichnet, was auf eine breite Erholung und ein verstärktes globales Beschaffungsinteresse hindeutet. Diese starke Beteiligung aus verschiedenen Wirtschaftsregionen führte zu beachtlichen Geschäftsergebnissen: Der vor Ort geplante Exportwert erreichte 25,65 Milliarden US-Dollar.
Von „Made in China“ zu „Innoviert in China“: The New Appeal
Die Rekordteilnehmerzahl war nicht allein auf die Quantität zurückzuführen. Diese Veranstaltung verdeutlichte eine grundlegende Weiterentwicklung von „Made in China“ und wandelte es von einem Synonym für Masse zu einem Leuchtturm für Innovation, Intelligenz und Nachhaltigkeit.
Die Messe präsentierte Chinas fortschrittliche Technologiekompetenz eindrucksvoll. Rekordverdächtige 10.000 hochkarätige Unternehmen, darunter nationale Spitzentechnologiekonzerne und spezialisierte „kleine Riesen“, stellten ihre Produkte aus. Von den 4,6 Millionen Exponaten waren rund 23 % Neuheiten, 23,5 % umweltfreundliche und CO₂-arme Produkte und 23,9 % verfügten über eigene Schutzrechte. Innovative Produkte wie Roboter, Gehirn-Computer-Schnittstellen und KI-gestützte Rehabilitationsgeräte zogen zahlreiche Besucher an und stießen bei internationalen Einkäufern auf großes Interesse.
Diese Entwicklung entspricht genau den spezifischen Bedürfnissen wachsender Märkte. So verzeichnete beispielsweise Guangdong Lingdu Intelligent Technology im Nahen Osten eine starke Nachfrage nach ihren wassersparenden Reinigungsrobotern, die nur ein Zwanzigstel des Wassers herkömmlicher Methoden verbrauchen. Ebenso decken Serviceroboter für die gewerbliche Reinigung und Logistik, wie sie von Unternehmen wie Shenzhen Hongxujin Technology angeboten werden, den dringenden Bedarf in den Märkten entlang der Neuen Seidenstraße.
Mehr als nur Transaktionen: Partnerschaften für die Zukunft aufbauen
Die Canton Fair hat sich als führende Plattform für Geschäftsabschlüsse und den Aufbau langfristiger Partnerschaften etabliert. Viele chinesische Hersteller nutzen diese Plattform, um in der Wertschöpfungskette aufzusteigen. Unternehmen wie Zhejiang Dublin Valve Co., die einst auf Erstausrüster (OEM) angewiesen waren, vermarkten ihre eigenen Marken heute erfolgreich in über 20 Ländern und zielen dabei auf Märkte in Zentralasien und dem Nahen Osten ab.
Internationale Einkäufer teilen diese Einschätzung. „Die Canton Fair ist weit mehr als eine reine Beschaffungsplattform; sie ist ein Gradmesser für Branchentrends“, bemerkte ein ausländischer Einkäufer und fügte hinzu: „Chinas Produktion und Lieferkette sind unersetzlich.“ Ein weiterer langjähriger Teilnehmer aus El Salvador, der sein Geschäft mit chinesischen Partnern über ein Jahrzehnt hinweg ausgebaut hat, erklärte: „Meiner Meinung nach ist China die Zukunft der Weltwirtschaft.“
Die 138. Kantoner Messe mit ihrer beispiellosen globalen Beteiligung hat ein klares Signal gesendet: Die Welt blickt weiterhin auf China – wegen seiner herausragenden Fertigungskompetenz, der Zuverlässigkeit seiner Lieferketten und zunehmend auch wegen der innovativen und nachhaltigen Produkte, die die Zukunft prägen werden. Sie ist ein eindrucksvoller Beweis für Chinas Engagement für eine umfassende Öffnung des Marktes und seine zentrale Rolle bei der Förderung einer für alle Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit im Welthandel.
Veröffentlichungsdatum: 26. Dezember 2025